Wieder Sommer

Liebe Leserinnen und liebe Leser, es ist wieder Sommer. Wie ein Wunder sind die Wiesen und Parkanlagen grün geworden, Blumen und Pflanzen in unterschiedlichen Farben und Formen erwacht. Die Sonne lockt uns mit ihren wärmenden Strahlen in die Parks, Straßencafes und Schrebergärten.Wir genießen diese Zeit, um Sonne zu tanken. Und manch einen zieht es auch in südliche Gefilde. Sonne, Strand und Meer. Ist der Sommer nicht so etwas wie ein Paradies?

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Der Liederdichter und Pfarrer Paul-Gerhardt verfasste nur wenige Jahre nach dem dreißigjährigen Krieg den Text des Liedes: Geh aus mein Herz und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit…“ -Mitten in einer kargen und für ihn persönlich beschwerlichen Zeit spürte er im Sommer die ganze Fülle Gottes. Das, was er täglich spürte und sah, konnte nur von Gott kommen. Für ihn war der Sommer so etwas wie ein Blick ins Paradies. - Nur wenige Monate bleibt diese Fülle. Dann wird es Herbst und wir brauchen wieder die warmen Jacken. Doch diese kurze Zeit mit dieser Fülle war für Paul-Gerhardt ein Blick ins Paradies. Auch wenn Paul- Gerhard schon vormehr als 400 Jahren gelebt hat, eines haben wir gemeinsam mit ihm. Auch wir sehnen uns nach dem Paradies und suchen es auch nach der kalten Zeit. Wir genießen die Sonne, die Natur,das Meer und natürlich auch den Urlaub und die freie Zeit. Wenn’s immer so wäre, dann lebten wir schon jetzt im Paradies.

Paul-Gerhardt schickt seine Wünsche und Gedanken in das vergängliche Paradies des Sommers. In der Vorstellung seiner Welt damals möchte er ein guter Baum, eine schöne Blume und Pflanze werden, um in Gottes Paradies einmal zu wachsen und zu grünen. In den 15 Strophen, vor allem in den letzten, spürt man diese Sehnsucht nach einem kräftigen und aktiven Leben, schon jetzt gesegnet und wesentlich zu werden und zu bleiben.

EG 503 Geh aus mein Herz (Strophe 13-15)

13. Hilf nur und segne meinen Geist
mit Segen, der vom Himmel fleußt,
dass ich dir stetig blühe!
Gib, dass der Sommer deiner Gnad
in meiner Seelen früh und spat
viel Glaubensfrücht erziehe.
14. Mach in mir deinem Geiste Raum,
dass ich dir werd ein guter Baum,
und lass mich Wurzel treiben
Verleihe, dass zu deinem Ruh
mich deines Gartens schöne Blum
und Pflanze möge bleiben.
15. Erwähle mich zum Paradeis
und lass mich bis zur letzten Reis’
an Leib und Seele grünen:
So will ich dir und deiner Ehr
allein, und sonsten keinem mehr,
hier und dort ewig dienen.

Genießen Sie den Sommer! Tanken Sie Sonne und freuen Sie sich an dieser Fülle, mit der wir jetzt leben. Der Sommer vergeht. Gottes Paradies bleibt. Bleiben auch wir ein kräftiger Baum, eine schöne Blume oder Pflanze in Gottes Paradies.

Pfarrerin Hannelore Bohner