die Zeit der Anfänge

Liebe Leserin, lieber Leser, es ist die Zeit der Anfänge: Mit dem ersten Advent beginnt ein neues Kirchenjahr und im Januar starten wir in das noch ganz frische Jahr 2019.

Ausschnitt: Jahreslosung im Verlag am Birnbach - Motiv von Stefanie Bahlinger, Mössingen

Immer wieder ein neuer Anfang – in unseren Kirchengemeinden und in unserem Leben – immer wieder neue Gedanken, Entscheidungen, Begegnungen, Blickwinkel…

Wir alle wissen, wenn Neues beginnt, ist es spannend, wird auch von Skepsis begleitet, es macht vielleicht auch ein bisschen Angst und weckt gleichzeitig die Freude am Entdecken und Aufbrechen.

Für viele von uns ist das neue Jahr der Zeitpunkt, um neu anzufangen, die guten Vorsätze endlich wahr werden zu lassen.

Aber anfangen tun wir viel öfters – wir alle sind Anfänger*innen, selbst die Lebenserfahrensten unter uns – und das ist gut so, weil Anfänge das Leben offen halten.

Wir gehen auf Weihnachten zu – Gott als kleiner Anfänger, ein Kind im Futtertrog. So fängt neues Leben an - auch mitten im Leben, weil Gott selbst so angefangen hat.

Das macht Anfänge, auch wenn sie nicht immer leicht sind, doch verheißungsvoll. Mit Gott haben wir einen Anfänger an unserer Seite, der das Leben liebt, es schützt, es für uns offen hält und uns so begleitet.

So lässt sich gut anfangen, auch mit der Jahreslosung für 2019 aus dem 34. Psalm: „Suche Frieden und jage ihm nach!“

Es scheint so, als müsste es auch da noch viel mehr Anfänger*innen geben in unserer Welt, solche, die die Sehnsucht treibt, die einen neuen Anfang suchen wo alles so verworren ist, so zerstritten, so ruiniert – in den Kriegsgebieten, auf den Finanzmärkten, in der ausgebeuteten Schöpfung.

Wie dringend braucht es da Menschen, Anfänger*innen, die sich nicht beirren lassen, die immer neu anfangen, Frieden zu suchen oder wie es hebräisch heißt „schalom“.

In Schalom steckt die große Sehnsucht, ja die unverbrüchliche Hoffnung, dass ein gutes und gerechtes Miteinander möglich ist und auch tatsächlich gelebt wird, unter uns Menschen und auch im Miteinander mit der ganzen Schöpfung.

Frieden, „schalom“ fängt immer im Kleinen an – so klein wie das Kind in der Krippe, das uns vorgelebt hat, was es heißt im Frieden zu leben, ja auch für den Frieden zu streiten, Frieden zu stiften.

Frieden fängt immer im Kleinen an und ich finde, das ist für uns ein sehr guter Anfang!

In diesem Sinne gutes Neues!

Ihre Pfarrerin

Bärbel Gnamm